..fliegen..

Still sitzt sie da. Gefangen. In sich selbst, in ihrem Kopf. Wünscht sich frei zu sein. Zu schweben. Zu fliegen. Frei. Wie ein Vogel. Über den Wolken, unter den Wolken, in den Wolken. Von oben auf alles zu schaun. Einen Ort zu verlassen, wenn man an ihm nicht mehr bleiben möchte. Irgendwohin fliegen. Wo sie sich selbst nicht auskennt. Sie hat kein Ziel. Sie möchte einfach weg. Raus. Raus aus sich selbst, raus aus ihren Gedanken. Raus aus allem. Einfach die Flügel ausspannen und blind fliegen. Sich vom Wind leiten lassen, das ist alles was sie möchte. Alles, was sie sich jemals gewünscht hat. Ihre Gedanken breiten ihre Flügel aus, wollen starten. Sie fliegen in den Himmel. Und irgendwann wird sie selbst dort ankommen. irgendwann wird sie frei sein. und nicht mehr gefangen. Frei. Wie ein Vogel.

Sie fliegt immer weiter. Ihre Gedanken nehmen sie mit in die schöne Welt. In die Welt mit Frieden. In ihre Welt. In die Welt in der alles ist, wie sie es sich vorstellt. Sie spürt den Wind auf ihrem Gesicht. Spürt das Glück um sie herum. Die Traurigkeit fällt hinab. Auf die Erde zurück. Helles Licht umgibt sie. Glück. Fröhlichkeit. Freiheit. Noch nie hat sie das so intensiv gefühlt. Sie fliegt weiter. Ihren Gedanken hinterher. Die traurigen Erinnerungen. Die traurigen Momente. Die traurigen Gedanken. Fallen weiter auf die Erde. Die Trauer bröckelt vom Glück ab. Übrig bleibt das goldene Licht, dass sie umgibt. Doch die schwarzen Bänder der Trauer ziehen auch goldene Fäden des Glücks mit hinunter. Von zeit zu Zeit wird das Licht um sie herum immer dunkler. Es verblasst langsam. Auch die Glücklichen Momente, Erinenrungen und Gedanken fallen langsam und gleichmäißg zu Boden. Nur eine kleine, kindliche Gestalt bleibt übrig. Eine kleine, kindliche Gestalt ohne helles Licht und ohne dunkles Licht. Sie wirkt fast mikrig wie sie durch die Lüfte schwebt. Ganz ohne Glanz. Stattdessen umgibt sie der blaue Faden der gleichgültigkeit. Immer fester bindet er sich um ihren kleinen Körper. Immer fester wickelt er sich um ihren Hals. Bis sie keine Luft mehr kriegt. Doch sie fliegt weiter. Den leitenden Gedanken hinterher. Sie hat sich verhädert. In der Gleichgültigkeit. Es kostet sie Kraft weiter zufliegen. Es kostet sie Kraft die Gedanken klar zusehen. Trotzdem versucht sie es. Die Gleichgültigkeit zieht sie langsam zu Boden. Sie kämpft, wie ein Fisch, der gestrandet ist. Doch je mehr sie kämpft desto mehr wird sie zu Boden gerissen. Irgendwann ist sie nur noch wenige Zentimeter vom Boden entfernt. Sie hört auf sich zu wehren. Die Gleihgültigkeit stranguliert sie. Ist ihr letztendlich überlegen. Sie liegt am Boden. Schwach. Vom Kämpfen. Langsam schließt sie ihre Augen und im gleichen Moment wacht sie auf. Ein Traum. Und sie ist wieder gefangen. In sich selbst. In ihrem Kopf. Still sitzt sie da.

21.5.08 23:14

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